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Verſprechen zu loͤſen, das Du mir ſeit fuͤnf Jahren immer erneuert haſt. Du kannſt in keinem traurigern Augenblick fuͤr mich in Wien ankommen; und mithin wird deine Gegenwart fuͤr deine Tochter eine wahre Wohlthat.
Der Greis druͤckte die troſtloſe Frau an ſeine Bruſt. Aus ſeinen Augen rannen einige Thraͤnen als Zeugen einer von Alter und Gebet geſchwaͤchten Empfaͤnglichkeit, deren Qnelle ſich aber unter den Streichen, die ſein Kind ge⸗ troffen hatten, wieder zu oͤffnen ſchien. Man haͤtte ſagen koͤnnen, der Fels Horel wuͤrde von der maͤchtigen Ruthe des Sohnes Amram ge⸗ ſchlagen. Mitten unter Schluchzen fragte ihn die Fuͤrſtin von neuem:
„Was hat Dich veranlaßt, deine Tochter zu beſuchen, da ſie Niemanden weiter zur Ge⸗ ſellſchaft als Gott und ihren Schmerz hatte?“
„Du ſelbſt,“ erwiederte der alte Ulrich, „armes Geſchoͤpf... Dein letzter Brief brachte Unruhe in meine Seele. Ich ſah daraus, daß ein großes Ungluͤck bevorſtaͤnde. Als ich er⸗ fuhr, daß der Mann, der in meinen Gedanken Dein wiedergeborner Gemahl werden mußte, keine Freude uͤber die Einwilligung der Kaiſe⸗ rin in Deine Wuͤnſche bezeugt, die bei einer


