nen, und die Gelehrten den ihrer Forſchungen. Ihren Arbeiten entriſſen gingen ſie ohne Zweck aus ihren Wohnungen; ſie ſprachen auf den Straßen mit einander, und hatten ſich doch nichts mitzutheilen; ſtatt aller Fragen erkundig⸗ ten ſie ſich unter einander, ob ſie Winkelmann geſehen haͤtten; und nach Maasgabe ſie der Zufall gut oder uͤbel bedient hatte, erregten ſie Neid, oder erhielten ein Kondolenzcompliment. Niemand bis zum friedlichen Buͤrger herab war in Wien, der ſeit drei Tagen durch das unauf⸗ hörliche Sprechen von Winkelmann nicht mit Erſtaunen erfuhr, daß er weder ein Feldmar⸗ ſchall noch Reichsfuͤrſt waͤre, und der ſich nicht verwunderte, daß ein einfacher Abbe ohne bi⸗ ſchoͤfliche Ehrenzeichen eine ſo große Stelle in den oͤffentlichen Unterhaltungen einnaͤhme. Das war etwas unerhoͤrt Neues. Wien hatte in der That dieß Mal Eingriffe in ſeine Gewohn⸗ heit gethan, ſich nur fuͤr weit maͤchtigere Maͤn⸗ ner zu intereſſiren; und es fehlte wenig, daß man in den vornehmen Haͤuſern nicht ernſtlich boͤſe uͤber eine Bewegung wurde, die ſie nicht verurſacht hatten. Winkelmann befand ſich als Gegenſtand dieſer allgemeinen Neugierde hoͤchſt unwohl: der Ruhm
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