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herzigkeit, von der Dummheit, vom Aberglauben, von der Selbſtſucht, von dieſen Grundurſachen alles Unglücks der Menſchheit ſoll er uns erlöſen, und wenn wir ihm folgen, ſo erlöſt er uns wirklich davon. Und das iſt ſein großes Erlöſungswerk, an das ich glaube, ein größeres, als das im kirchlichen Sinne; denn das iſt wahrlich ſchwer zu faſſen.“
Der Magiſter war in die Enge getrieben, ob⸗ gleich nichts weniger als überzeugt. Im Gegen⸗ theil widerſtrebte Alles in ihm den Anſichten der Oberſtin. Da er aber nichts Schlagendes zu er⸗ wiedern wußte, ſo erbitterte er ſich und in dieſer Bitterkeit fragte er faſt barſch:„Und was halten Sie endlich von der Unſterblichkeit der menſchlichen Seele?“
Hermine ſchien einige Augenblicke lang un⸗ ſchlüſſig ob ſie auf die Beantwortung dieſer ſchrof⸗
fen Frage eingehen ſolle. Doch ſie nahm ſich
zuſammen und erwiederte:„Laſſen Sie mich darauf mit den eigenen Worten eines der größten Thev⸗ logen und Predigers unſrer Zeit antworten, eines Mannes, den Sie gewiß hoch verehren, ich meine 16


