licher werden wir ſein; denn Glück iſt eben das letzte Reſultat der Freiheit und der Liebe.“
„Ich komme nicht zur Klarheit in Ihrer An⸗ ſicht, obgleich ich wohl begreife, daß Sie nicht auf Struenſees Standpunkt ſtehen. Sie verwerfen natürlich die Gottheit Chriſti und ſein Erlöſungs⸗ werk?“
„Ja und Nein! Ich verwerfe alle geoffenbarte Religion im kirchlichen Sinne. Gott braucht ſich uns nicht nach dem Kirchenbegriff im Fleiſche zu offenbaren, weil er ſich jeden Augenblick im Fleiſche, im Geiſte, in allem was iſt, offenbart. Ich ſagte Ihnen ſchon, wir ſind alle Gottesſöhne. Mir iſt Jeſus nicht der alleinige geoffenbarte Gott, er iſt mir etwas weit Höheres und Verehrungswürdiges, nämlich das Ideal der Menſchheit, und als ſolches der Gottesſohn an ſich, das heißt wieder der Menſchenſohn, wie er ſich ſelbſt am liebſten nennt, der Sohn der Menſchheit. In ihm war Gott zu der höchſten Höhe gewachſen, die er über⸗ haupt in einem Menſchen erreichen kann. Von der Erbſünde braucht er uns nicht zu erlöſen, denn ſie iſt eine kirchliche Chimäre. Aber von der Eng⸗


