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einigen Jahren; aus ihrem freundlichen Auge ſprach der wohlthuende Blick keuſcher und züchtiger Weib⸗ lichkeit, aus ihrem Weſen, ihrem Anzuge, aus der Ordnung des Hauſes eine edle und verſtändige Häuslichkeit. Die Kinder, welche kamen, mir eine Kußhand zu reichen, waren einfach aber reinlich gekleidet, und ihre reinen friſchen blühenden Geſich⸗ ter zeugten von Geſundheit des Leibes und der Seele. Ich fühlte mich wohl in dieſem Hauſe, un⸗ ter dieſen Menſchen; das Herz ging mir auf unter ihren freundlichen Mittheilungen, und die dankbare Muſe, erquickt und belebt von der liebevollen Pflege, kehrte während meines mehrtägigen Aufenthaltes auf dem Erlenhofe öfter bei mir ein und ging nie, ohne eine ſinnige Blumengabe für das Haus zu⸗ rückzulaſſen.
Der Hauptgegenſtand der Unterhaltung war der unglückliche Bruder meiner liebenswürdigen Gaſt⸗ freundin, und was ich aus ihrem ſchönen Munde und durch die offenen und wahrhaft freundſchaft⸗ lichen Mittheilungen ihres Mannes über dieſen Gegenſtand erfuhr, ſchrieb ich fleißig nieder. Das gaſtliche Ehepaar führte mich im Schloſſe, im


