Als die Dame weit genug entfernt war, ſprang der leichtfüßige Harlekin aus dem Kahne, hüllte ſich in ſeinen Mantel und flog ihr nach. Wenige Angenblicke darauf trat er die ſich ſchüchtern Um⸗ wendende mit den Worten an:„Gelobt ſey die heilige Jungfrau! Ihr ſehd es, ſchöne Camilla; ich habe Euch erkannt. Es iſt dem ſchmachtenden, Euch troſtlos ſuchenden Francesco gelungen, Euch zu finden, und nun Euch endlich gegenüberſtehend, fehlt es ihm faſt an Worten, Euch das maaßloſe Entzücken über Euren Anblick auszudrücken. Sagt mir, Madonna— ich beſchwöre Euch! warum ſeyd Ihr aus Florenz geflohen, um Euch in den Mauern dieſes Kloſters zu verſtecken? Warum verſchmaͤht Ihr die rauſchenden Feſte des Carneval, deren Kö⸗ nigin Ihr ſtets in Florenz wart, und hauſt, während alle Lippen Euern Namen nennen, alle Augen Euch un⸗ ter jeder Hülle zu entdecken ſuchen und glauben, in ſolch trübſeliger und unerguicklicher Einſamkeit?“ Schon im Anbeginn dieſer Worte hatte er die Larve abgenommen und ein ſchönes Jünglingsge⸗ ſicht der edelſten Bildung gezeigt, von zwei großen, brennenden Augen belvbt und ganz von dem Aus⸗ drucke einer kühnen Seele erfüllt.
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