352 Die Sturmvögel zum Bauernkrieg.
Ich bin ſeine Sklavin und wie mit unſichtbaren Ketten an ihn gebunden.“
„Aber ſagt, wie ſollen wir Euch von ihm loͤſen?“ fragte Hieronymus aͤngſtlich.
„Aus mancherlei Worten und Handlungen habe ich herausgebracht, daß er mit Eures Ohms Oberſteiger, Geb⸗ hard Diether, ſchon ſeit langer Zeit ein Diebsgeſchaͤft hat. Dieſer Diether hat ihm in Kremnitz geſtohlnes Golderz verkauft und verkauft ihm hier geſtohlnes Silbererz. Sie haben geſtern Abend ſchon eine heimliche Zuſammenkunft gehabt.“
„Dieſen Diether habe ich ſtets fuͤr einen Schelmen und Spitzbuben gehalten,“ ſagte Ulrich zu ſeinem Bruder. „Aber der Alte iſt vernarrt in den Menſchen und haͤlt ihn ſchier wie einen Sohn, weil der ſchlaue Fuchs ihm nach dem Maule ſchwatzt und gut päpſtlich ſpielt.“
„Wenn Ihr es nur einrichten koͤnntet, die beiden Schurken auf friſcher That zu ertappen und in Ketten und Banden hinter Schloß und Riegel zu legen, ſo waͤre ich meinen alten Plagegeiſt auf die beſte Weiſe los.“
Der Plan wurde verabredet. Martha wollte den alten Antonio ſcharf im Auge behalten und den beiden Bruͤdern Fugger durch feſtgeſtellte Zeichen verrathen, wenn er mit Diether behufs des Diebſtahls zuſammenkaͤme. Ulrich wollte ſogleich nach Schloß Fuggerau reiten, um Buͤben⸗ hoven zu gleichen Anſtalten in Bezug auf den diebiſchen Oberſteiger zu vermögen. Der alte Jakob ſollte nicht


