Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Das Haus Fugger : Roman in drei Theilen : Die Sturmvögel zum Bauernkrieg : 1. Theil (1850)
Entstehung
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350 Die Sturmvögel zum Bauernkrieg.

Sie gingen ſtumm nebeneinander in das Thal hinaus und ſtiegen den ſteilen Bergpfad nach dem Zechenhauſe hinauf. Vor der Thuͤr empfing ſie Martha. Sie war ſehr einfach und zuͤchtig gekleidet, obwohl vornehm wie eine Ritterfrau oder wohlhabende Staͤdtebuͤrgerin. Auch gab ſie ſich unbefangen, wuͤrdig und fein. Sie ließ ihrer Haltung und ihren Worten anmerken, daß ſie eine Bit⸗ tende war, ohne zu gemeinen Mitteln zu greifen. Sie ſchilderte ihre Lage lebendig ohne das Mitleid in Anſpruch zu nehmen.„Ich bin an einen Daͤmon gefeſſelt, der mich nicht loslaͤßt und mir ſtetes Grauſen erweckt. Wohl bin ich nicht ohne meine Schuld in dieſes Verhältniß ge⸗ kommen, aber wahrlich, ich habe durch dieſen Menſchen alle Schuld, die auf mir haftet, ſchwer gebuͤßt. Ich koͤnnte Vieles fuͤr mich anfuͤhren, das meine Schuld in Euern Augen verringern wuͤrde; doch ich verſchmaähe dieſes Mit⸗ tel Euch zu gewinnen. Ihr habt mich genug gekannt, ich bin zum Theil im Hauſe Eurer Schweſter Veronika und in dem Eurer Mutter aufgewachſen. Ihr werdet ſonach am Beſten wiſſen, daß ich eines beſſern Looſes wuͤrdig war, als ich mir ſelbſt bereitet, oder vielmehr mein boͤſes Schickſal. Ihr wißt Alles, wie es gekommen; deshalb kein Wort weiter davon. Waͤre ich im Kloſter der hei⸗ ligen Katharina in Augsburg geblieben bei Eurer guten Schweſter Felicitas und bei meiner guten Schweſter Barbara, ſo waͤr' ich freilich eine fromme Nonne geworden. Eure billige Einſicht wird erkennen, daß ich das nicht werden