Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Das Haus Fugger : Roman in drei Theilen : Die Sturmvögel zum Bauernkrieg : 1. Theil (1850)
Entstehung
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346 Die Sturmvögel zum Bauernkrieg.

gebeten. So thut mir's zu Lieb und nehmt Euch der Gefallnen an. Thut's nicht gut, koͤnnt Ihr ihr zu aller Zeit kuͤndigen. Ihr Schickſal iſt doch aus dem meinigen hervorgegangen. Ich hab's verſchuldet, daß ſie elend ge— worden iſt. So erbarmt Euch ihrer meinetwegen.“

„Ich will's. Hier habt Ihr Hand und Wort darauf!“

Das ſeltſame Mannweib ſuchte die Ruhe in der ihr angewieſenen Kammer, und die vom heißeſten Rachedurſt umher Gepeitſchte, einſt die ſtolze Gebieterin ungeheurer Schaͤtze, ſchlief bald ermuͤdet ein, ein armer Botengaͤnger, ein dienſtfertiges eifriges Werkzeug der Maͤnner, die die Flammen ſchuͤrten, welche das morſch und faul gewordene alte Prunkgebaͤude des weltlichen und kirchlichen Despo⸗ tismus verzehren ſollten.

ulrich Fugger konnte nicht ſo bald den Schlaf finden. Er las noch die Briefe, welche der Bildernazzi ihm mitge— bracht; die aufgeregten Wogen ſeiner kuͤhnen Seele gingen noch lange hoch, und ſelbſt der endlich ihn beſtrickende Schlaf konnte ſie nicht beruhigen; ſie ſtuͤrmten in die Traumwelt hinuͤber.

Der ſchlichte Tabuletkraͤmer verharrte einige Tage in dem reichen Fuggerſchen Hauſe, jedoch ganz auf ſeine Kam⸗ mer und die abgelegenen Zimmer des Hausherrn und Hie⸗ ronymus' beſchraͤnkt, wo er weitere Berichte erſtattete und Auftraͤge erhielt. Abends beſuchten die beiden Bruͤder mit dem Bilderkraͤmer die jungen Praͤdikanten im Zechenhaus, die von den Bergknappen auf's Beſte verpflegt wurden,