Die Sturmvögel zum Bauernkrieg. 345
Nur noch Eins, das ich nicht mit Schlafen nehmen kann. Es druͤckt mich; ich muß es los werden.“
„Was iſt's, das Euch beſchwert?“
„Ich bin ein paarmal mit meiner Schweſter Martha zuſammengetroffen. Sie iſt weit herabgekommen. Mit einem alten Schwarzkuͤnſtler und Kunſtreiter zieht ſie um⸗ her, geplagt vom Eigenſinn und der Eiferſucht deſſelben. Sie haßt dieſen Menſchen, aber ſie iſt wie durch boſe Kunſt an ihn gebannt und kann nicht von ihm los. Sie fuͤhrt ein elendes Leben und dauert mich. Sie hat ihren Leichtſinn ſchwer gebuͤßt und denkt mit ſchmerzlicher Sehn⸗ ſucht an ihre Tage im Fuggerſchen Hauſe zuruͤck. Und da hat ſie mich mit Thraͤnen gebeten, ein gutes Wort fuͤr ſie bei Euch einzulegen. Sie wird mit ihrem Kebsmanne bald nach Innſpruck kommen, und der alte Hexenmeiſter will auch in Hall und Schwaz ſeine Kunſt ſehen laſſen, und dann nach Salzburg hinunter. Sie laͤßt Euch nun um Gotteswillen bitten, ſie, wenn ſie hierher kommt, von ihrem Unhold zu befreien und in Euerm Hauſe aufzuneh⸗ men. Sie will Euch die Mittel dazu an die Hand geben. Sie moͤchte Euch als Schaffnerin in einem Eurer Haͤuſer dienen, um Ruhe zu finden; denn ſie iſt des luͤderlichen Lebens ſatt.“
„Es duͤrfte nicht gerathen ſein ſich mit ihr einzu⸗ laſſen.“
„Verſucht es; ich bitt' Euch darum! Ihr wißt, mein Stolz bittet nicht gern. Ich hab' Euch noch um nichts


