Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Das Haus Fugger : Roman in drei Theilen : Die Sturmvögel zum Bauernkrieg : 1. Theil (1850)
Entstehung
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330 Die Sturmvögel zum Bauernkrieg.

ſollte dem alten hinfaͤlligen Manne vergaͤllt werden. Sein liebes Pflegekind trat ihm bleich und an einem unheilbaren Bruſtubel leidend, entgegen. Der Tod grinſte der armen Si⸗ bylle ſchon aus den matten Augenz ihre eingefallenen Wan⸗ gen waren von einer das Schlimmſte verkuͤndenden Roͤthe uͤberhaucht. Jakob bebte erſchrocken vor ihr zuruͤck; in Buͤbenhorns Auge glaͤnzte eine bedeutſame Thraͤne, als er dem zuſammengebrochenen Greiſe die Hand reichte. Worte wurden nicht viel gewechſelt; ihr Schmerz ſcheute das laute Wort.

Das war der truͤbſte Winter, den Jakob Fugger er⸗ lebt. Es ging ungemein ſtill zu im Schloſſe Fuggerau, waͤhrend die Gaͤhrung und der Laͤrm in den Thaͤlern und auf den Bergebenen Tyrols immer lauter wurde. Der ſchwerbekuͤmmerte Greis wollte nichts davon ſehen und hoͤren; er beſuchte den erzherzoglichen Hof in Innſpruck nur aͤußerſt ſelten; er ſchloß ſich ab von der Welt. Aber unausgeſetzte Beſchaͤftigung war fuͤr ihn erſte Lebensbe⸗ dingung. Und ſo widmete er ſich ganz dem Berg- und Huͤttenweſen und der noch wenig benutzten praͤchtigen Buͤ⸗ cherei im Schloſſe. Bei beiden war ihm Buͤbenhoven ſtets huͤlfeleiſtend zur Seite. Am Tage beſuchte er mit ihm die verſchiedenen Berg- und Huͤttenwerke, wenn dies aber die winterliche Unbill des Wetters oder die an manchen Tagen bedenkliche Schwaͤche des Greiſes nicht erlaubte, ſo wie des Abends und oft ſogar die Naͤchte hindurch— denn der Schlaf floh meiſt den alten kummervollen Mann,—