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Zweites Rapitel.
Hieronymus Fugger lebte auf der Ebernburg in einem anhaltenden Rauſche der Begeiſterung. Bald mit ſeinem Bruder und Hutten, bald allein durchwanderte er die Saͤle und Gemaͤcher, wo die Buchdruckerei, die Bibliothek und andere Kunſtſchaͤtze aufgeſtellt waren. Stunden lang ſah er den Setzern und Druckern zu und hatte ein beſon⸗ deres Vergnuͤgen daran, die friſch aus den Preſſen kom⸗ menden Bogen zu leſen, die kuͤhnen und gewaltigen Gei⸗ ſtesblitze, welche Hutten von dieſem hohen Ritter- und Muſenſitze, ſeiner„Herberge der Gerechtigkeit“, in die auf⸗ geregten und immer hoͤher ſteigenden Wogen der Zeit ſchleuderte. Dann wohnte er mit hoher und gluͤhender An⸗ dacht dem nach den Grundſaͤtzen der wittenberger Refor⸗ matoren eingerichteten und von Oecolampadius gehaltenen Gottesdienſt bei. Er bekannte ſich mit ſeinem Bruder oͤffentlich und mit einer ſchwaͤrmeriſchen Hingebung, dem Kinde ſeiner Juͤnglingsbegeiſterung und ſeines edlen Her⸗ zens, zu jenen Grundſaͤtzen und nahm darauf nicht nur


