Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Das Haus Fugger : Roman in drei Theilen : Die Sturmvögel zum Bauernkrieg : 1. Theil (1850)
Entstehung
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Die Sturmvögel zum Bauernkrieg. 19

ſtens im Algaͤu, den ich oft durchreiſe und genau kenne; fuͤhrt doch mein Weg von Augsburg nach Schwaz ſtets hindurch, und dieſe Koͤpfe werden das andre dumme und traͤge Volk ſchon fortreißen. Und wie im Algaͤu, ſo gaͤhrt's im Hegau, im Linzgau, im Klettgau, im Rheingau, in Franken und anderwarts; uͤberall iſt den Bauern der geſtei⸗ gerte Druck unmoͤglich geworden. Ganz Oberſchwaben iſt voll Zunder. Nicht vergebens haben Joß Fritz und jener Veltlin, von dem Niemand wußte, wer er eigentlich war, hier den Boden bearbeitet, die Saat ausgeſtreut. Sie iſt aufgegangen und reift der Sichel des Schnitters entgegen. Die neue Predigt des Evangeliums vom Doktor Luther iſt recht wie ein fruchtbarer Sonnenſchein darauf gefallen. Wenn wir nur des Luther gewiß wären fuͤr das noͤrdliche Deutſchland, und er ein Wort an das Volk richtete, ſeine Bedruͤcker niederzuwerfen, dann haͤtten wir leichte Sache; denn Ihr könnt kaum glauben, in welch großem ſchier fabelhaften Anſehen Luther beim gemeinen Mann ſteht. Die Bauern in Schwaben verehren ihn hoͤher als alle Heiligen der Kirche zuſammengenommen. Ihr geltet zwar viel beim Volke, vorzuglich ſeit es erfahren, daß Ihr der Verfaſſer des neuen Karſthans' ſeid, den die Bauern uͤber⸗ all verſchlungen haben, aber Luther gilt doch noch mehr.“ „Das macht, weil er ſich nur auf die Bibel als das Wort Gottes ſtutzt und die Luͤge der Pfaffheit zumeiſt be⸗ käͤmpft, ſelbſt ein Ordensbruder. Dies gibt ihm ſo großes Gewicht. Waͤre er im gleichen Maße ein Vertheidiger 2*