Die Sturmvögel zum Bauernkrieg. 13
ſich Sickingen freuen! Ihr findet die gegenwaͤrtigen Freunde eben alle zuſammen beim Vespertrunk in der Ritterhalle und werdet ein hochwillkommener Zuwachs der Geſellſchaft ſein, zumal wenn Ihr neue Kunde aus Wittenberg oder Italien bringt.“
Sie traten in die Halle. Eine Geſellſchaft von zehn bis zwoͤlf Maͤnnern, ihrer Kleidung nach meiſt Gelehrte, ſaß beim Becher um einen eichenen Tiſch im lebhaften Ge⸗ ſpraͤch. Der Ritter von Sickingen erhob ſich, um den neuen Gäſten entgegen zu gehen und ihnen die Hand zur Begruͤßung zu ſchuͤtteln. Darauf brachte er ihnen nach alter deutſcher Sitte ſelbſt den Willkommbecher zu und nannte ihnen die Namen der Anweſenden, indem ſie mit ihnen anſtießen, die aber dem Augsburger Stadtſchreiber ſchon meiſt perſoͤnlich bekannt waren. Die vorzuͤglichſten Gelehrten waren Kaſpar Aquila, Martin Bucer, Johann Schwebel, Oekolampadius, vor drei Jahren noch Pfar— rer in Augsburg, lauter Namen vom beſten Klange in Deutſchland, lauter Forſcher und begeiſterte An⸗ haͤnger der jungen Wahrheit. Dann Heinrich Kettenbach, ein Prediger aus Ulm, der um der Wahrheit willen, die er gepredigt, verfolgt, hier, gleich dem Ritter von Hutten eine Zufluchtsſtaͤtte gefunden hatte. Unter den ritterlichen Herren war, außer Sickingen und Hutten der edle und troffliche Hartmuth von Kronenberg, der Gatte von Sickin⸗ gens aͤlteſter Tochter, der nennenswertheſte Gaſt auf der Ebernburg, dieſer gluͤhende und gewaltige Anhaͤnger und


