Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der deutsche Kaiser : 3. Theil (1848)
Entstehung
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20 Der deutſche Kaiſer.

Augen hingen an den Zügen ſeines Hofmeiſters, um darin

zu forſchen, was er zu antworten habe, und wenn er dies nicht vermochte, bat er gewöhnlich ſeinen einflußreichen Rathgeber, die Antwort für ihn zu geben. Chievres hatte aber den wunderlichen Grundſatz, er könne dem großen Stolz der Caſtilier nur durch noch größern Stolz impo⸗ niren; da der ſeinige aber ein unnatürlicher und gemachter war, ſo artete er in ein widriges Zerrbild aus. Aus dieſen unangenehmen Wahrnehmungen prophezeiheten ſich die Spanier nicht viel Gutes.

Ein tieferes Gefühl ergriff Karl, als er in Burgos das alte ehrwürdige Königsſchloß betrat und ſich zuerſt in das Zimmer führen ließ, worin ſein Vater den Geiſt aufgegeben hatte. An dieſer Stelle erinnerte er ſich wieder des letzten an ihn geſtellten Willens des Verſtorbenen und ſogleich wandte er ſich an den ihn begleitenden Connetable von Caſtilien und an die übrigen Granden in ſeiner Nähe mit der Frage:Wo ſich der Admiral Don Alonſo de Granada geannt Alnayar aufhalte, um ihm unverzüglich eine Einladung an den königlichen Hof zugehen zu laſſen?

Ein ängſtliches und ſcheues Verſtummen und endlich die ausweichende Antwort:Niemand wiſſe, ob der Genannte noch lebe und an welchem Orte hätte den König belehren können, daß es ſich hier um ein finſtres und unheilſchwangeres Geheimniß handle, wenn er Scharfſinn genug gehabt hätte, eine ſolche Wahrnehmung zu machen. So aber begnügte er ſich in kindiſchem Leichtſinn mit der