Der deutſche Kaiſer. 19
ſtickern dieſer Herren erkundigen, um ihre Kundſchaft zu vermehren; ihr Bruder werde ihm demnächſt ſchon zu ſpaniſchen Einkünften verhelfen.— Und in der That, als ſich der Zug des Königs über San Vicente de la Bar⸗ guera und Ragnoſa nach Burgos, der Hauptſtadt Alt⸗ eaſtiliens begab, nahm er ſich ärmlich aus gegen die ihn begleitenden eaſtiliſchen Großen, deren Anzahl ſich ver⸗ mehrte, je näher ſie der Hauptſtadt kamen. Die Bewoh⸗ ner der Städte und des Landes ſtrömten in ſo großer Menge herzu, um ihren König zu ſehen, daß das Feld meiſt ſo weit das Auge reichte, mit Menſchen bedeckt war. Eine freudige Bewegung ging durch die Bewohnerſchaft des ganzen Landes, endlich den jugendlichen Herrſcher, den ſie ſo ſehnſuchtsvoll erwartet, in ihrer Mitte zu ſehen. Aber auch die eaſtiliſchen Granden blieben nicht ohne Ver⸗ ſtimmung. Schon früher durch Nachrichten und Befehle, welche von Brüſſel eingegangen waren, gegen die Willkür des Herrn von Chievres eingenommen, fühlten ſie ſich nun perſönlich ſowol durch das hochfahrende und abſtoßende Benehmen dieſes Niederländers, den ſie verachteten, gegen ſie, als auch durch die unumſchränkte Leitung des Königs, die er ſich angemaßt, verletzt. Obgleich ſiebzehn Jahre alt, war Karl doch noch in mancher Hinſicht ſo kindiſch unſelbſtſtändig, daß er nichts that, ja ſelten etwas ſagte, was ihm Chievres nicht vorgeſchrieben hatte. Es ging ſo weit, daß kein Spanier den König allein ſprechen konnte; Chievres war ihm ſtets zur Seite, und Karls
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