Der deutſche Kaiſer.
„Sprich nicht alſo, Maria! Nicht du ſollſt ſterben,
nicht er darf es. Du ſollſt ihn auf Erden erſt zum Glau⸗ ben bekehren, und deine Liebe ſoll durch Vereinigung mit 3 ihm belohnt werden. Ich habe es vorausgeſehen, daß
dieſer kalte eiſerne Prieſter dir die Bitte abſchlagen werde, und für dieſen Fall ſind bereits die kräftigſten Vorkeh⸗ rungen getroffen. Dein Ritter wird nicht den Flammen⸗ tod ſterben. Sei getroſt!“
„Willſt du dich Gottes Willen widerſetzen? Willſt du deine Hand gegen den Herrn erheben?“
„Des Cardinals Wille iſt nicht Gottes Wille. Die Glaubensrichter ſind eben ſo ſündhafte Menſchen wie wir. Und hat ſie Gott oder die Heiligen dazu beſtellt? Es ſind alle liſtige ſchlaue Pfaffen, und mit Liſt und Schlauheit muß man ihnen wieder begegnen. Bekümmere dich um nichts; wir bedürfen deiner Mitwirkung nicht.— Wir reiten jetzt nach Toledo zurück, und de la Chaur beglei⸗ tet uns ſtatt Padillas, welcher hier bleibt. Ueberlaß dich frohen Hoffnungen.“
„Und wo iſt Martin?“
„Er muß ſich auf kurze Zeit deinem Dienſte entzie⸗ hen; er bleibt bei Padilla. Auch Aya hat uns verlaſſen. Frage nicht weiter; ſpäter ſollſt du Alles erfahren. Suche nur jede Unruhe aus deinem Gemüth zu verbannen.“
Der Dechant geſellte ſich bald zu den beiden Freun⸗ dinnen und fügte mit freundlichen milden Worten Troſt⸗ ſprüche hinzu, die auf das Herz ſeiner bekümmerten Lands⸗
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