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„Wo iſt der Räuber meiner Ehre? kreiſchte der Töpfer. Auch mein Kind hat er mir geſtoh⸗ len? das iſt ſein gewiſſer Tod.? Und fort ſtürzte er nach dem Borne, von Kurt geleitet. Doch* ſo wie ſie an den Born kamen, flammten plötzlich einige jener wunderbaren Lichter auf, die ſich ſchnell vermehrten und das Liebespaar umgaugelten. Dies lag Bruſt an Bruſt in ſeligen Tränmen, geſchützt von den bleichen Flammen, welche ein unheimliches, geiſterhaftes Licht auf ſie warfen. Der Töpfer, der ſchon den Spieß erhoben hatte, prallte entſetzt zuruͤck, und Kurt fiel halbtodt auf die Knie, ſchreiend: Alle guten Geiſter loben Gott den Herrn.
Reinhard ſtürzte mit dem Angſtrufe: aHilf Jeſus Mariä Sohn! fort, und Kurt überholte ihn bald im Laufen. Die Liebenden aber tauſch⸗ ten Kuß und Wort in trunkner Vergeſſenheit, keine Gefahr ahnend, und ſogen die Paar Tropfen Himmelsthau, welche der Sonnenbrand der S nicht aufgeleckt hat.
Am andern Tage in den Frühſtunden quvll eine große Menſchenmenge den Hohlweg nach der Schauenburg hinauſ. Alles, was in der Racht


