Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der König von Spanien : 2. Theil (1848)
Entstehung
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Der König von Spanien.

Mit Frenden. Ich habe ohnedies ſeine neuen Bau⸗ ten dort noch nicht geſehen. Er zeigt dieſe ſeine Schöpfung gern ausgezeichneten Fremden, und wer wollte ihm das ſchöne Selbſtgefühl über dies Werk ſeines edlen Herzens nicht gönnen? Wer wollte es nicht nähren und erhöhen? Er iſt der Wohlthäter von unzähligen Armen. Laſſen

wir ihm alſo ſeine unbegrenzte Ehrfurcht vor dem Papſte.

Um ſeiner Tugenden willen ſei ihm ſogar der Ab⸗ laßſchacher verziehen! ſprach der Ritter, und ein mildes Lächeln verſchönte ſein Geſicht.

Und ſo gingen ſie Abends mit dem alten Herrn Ja⸗ kob hinaus in die Vorſtadt. Geſchäftig zeigte er dem Ritter die Anlage der ganzen Colonie und jedes einzelne Haus. Er war ſehr geſprächig und heiter. Plötzlich trat ein hohes phantaſtiſch gekleidetes Weib mit bleichen, zer⸗ riſſenen Geſichtszügen aus einem Häuschen ihm entgegen und redete ihn mit erhobener Stimme an:Herr Jakob Fugger, mein Vater hat Euch ſeine Kinder, meine Geſchwi⸗ ſter, anvertraut; ich fordere Euch im Namen Gottes auf: gebt Antwort, wie habt Ihr dieſem Vertrauen entſprochen?

Der alte Fugger war beim Anblick der Frau erblaßt. Er wollte ihr ausweichen.Beläſtigt mich nicht! ſagte er kleinlaut.Ich kann Euch jetzt nicht Rede ſtehen.

Ich will die Antwort auf meine Frage ſelbſt geben, fuhr Frau Eleonore van der Voort fort.Ihr habt mei⸗ nen Bruder zum ſchändlichen Ablaßkrämer gemacht, der mit ſündhaften Pfaffen im Lande umherziehen muß, um