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Der König von Spanien. 331
„Wofür haltet Ihr mich?“ erhob der Ritter das ſtolze Haupt.„Nein, die Ereigniſſe dieſer Tage werden mir im Gegentheil ein neuer Sporn ſein zu noch kräftigerm Kampfe gegen die Feinde des Lichts und der Wahrheit, gegen die heuchleriſche Pfaffenbrut.“
„Ach, mein Freund! es gilt nicht allein die Pfaffen zu bekämpfen. Das arme unglückliche Volk ſeufzt nicht allein in ihren Banden; auch der übermüthige Adel, auch die unmenſchlichen Fürſten martern das Volk bis aufs Blut. Und hilft denn der Kaiſer, Euer Freund und Gön⸗ ner, dieſem Volke, das mit gräßlichem Nothſchrei hülfe⸗ flehend ſich an ihn wendet? Seht doch dieſen wortbrüchi— gen Buben, den Ulrich von Würtemberg, den Mörder Eures Vetters! Wehrt ihm der Kaiſer, ſeine Bauern zu ſchlachten, wie Vieh? Wohl, Ihr habt den Kampf gut gegen ihn begonnen! Aber fahrt nur ſo fort und nicht nur gegen dieſen! Die Baiernherzöge, die Neffen des Kaiſers, ſind nicht beſſer als Jener. Und wohin Ihr blickt in den deutſchen Landen, Dränger und Blutſauger des Volkes! Ihr ſeid wie vom Himmel berufen, der Befreier und Ret⸗ ter dieſes gedrangſalten Volkes zu werden. Die Kraft Eurer Feder reißt Jedermann hin: ſchreibt für die Rechte des Volkes gegen die Fürſten, und wenn ſie nicht nach⸗ geben und billigen Wünſchen ferner Gehör verſagen, ſo ſtellt Euch als Ritter und Mann des Schwertes an die Spitze des Volkes und führt es zum Siege und zur Freiheit.“
„Euer ſchöner Eifer könnte mich hinreißen. Doch


