Der König von Spanien. 329
Ulrich beugte das Knie, und der Kaiſer drückte ihm den Lorbeerkranz auf die Schläfe. Eine ſanfte ausdrucks⸗ volle Muſik begleitete die Handlung.
Als der gekrönte Dichter ſich erhob und zurücktrat, begegnete ſein Auge Konſtantia's wonneſtrahlendem Blick. Ihre Seele ſprach zu ihm, und als er ihr dankend die Hand reichte, zitterte eine ſüße Freudenthräne über ihre blühende Wange herab. Ulrich verſtand dieſe Thräne; ſie entzückte ihn und vergällte ihm zugleich den ſeligſten Au⸗ genblick ſeines Lebens. Welch ein grauſames Geſchick für den reichen und doch ſo armen Dichter! Der Kaiſer ſchien eine Verbindung zwiſchen Ulrich und Konſtantia zu wün⸗ ſchen; Amt und Würden am kaiſerlichen Hofe ſtanden dem Dichter nun in ſichrer Ausſicht; die edelſten Männer wa⸗ ren ſeine Freunde, und er mußte ſich von den ihm win⸗ kenden Hafen des höchſten Erdenglücks abwenden, und in dieſer Stunde! Er erlag ſchier dem heftigen Wechſel ſeiner Gefühle. Sein trüber Blick fand im Hintergrunde Ulrich Fugger, und zu dieſem ihm verwandten Geiſte fühlte er ſich jetzt am meiſten hingezogen. Nach der Feierlichkeit ſuchte er ihn auf, um das volle Herz bei ihm auszuſchütten.
Beide junge Männer waren, ſeit Hutten ſich in Augs⸗ burg aufhielt, vertraute Freunde geworden;ſie wußten es bald, daß ſie nicht allein den Namen miteinander gemein hatten, und ſie erblickten in dieſem Umſtande ein Zeichen zu inniger Vereinigung.
„Ihr ſeid einem ſchweren Schickſale verfallen,“ ver⸗


