Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der König von Spanien : 2. Theil (1848)
Entstehung
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Der König von Spanien.

auf den Altar nieder, und empfangt dafür den Pfand⸗ brief der göttlichen Gnade!“

Hierauf begab ſich der Redner von der Kanzel an den Altar, und das Volk drängte hinzu und begann zu kaufen. Die Ablaßbriefe waren in großer Menge auf dem Altar aufgehäuft, und die Commiſſäre befragten jeden Kaufenden nach ſeinen Vermögensumſtänden, droheten ihm mit der Unwirkſamkeit des Ablaſſes und mit der ewigen Verdammniß, wenn er ſie belöge, ſchätzten ihn auch nach ſeiner Kleidung und äußerlichem Anſehen. Nach dieſen Erörterungen wurde der Preis des Gnadenbriefes be⸗ ſtimmt, und wenn ihn ein Armer für einen Gulden, ja wohl gar für noch weniger erhielt, ſo forderte der Com⸗ miſſär von einem Reichen funfzig Gulden und mehr da⸗ für. Es wurde auch wohl darum gehandelt, indem der

Ablaßbedürftige ein geringeres Gebot als die Forderung

that, und der Mönch etwas nachließ. Das Geld wurde auf den Altar gezahlt und dann mittels eines Trichters, auf welchem das Krucifir befeſtigt war, in den Kaſten befördert. Dicht dabei ſtanden die drei Kaſſirer oder Agen⸗ ten, der päpſtliche, der erzbiſchöfliche und der Fuggerſche,

und beobachteten die Hände der Mönche mit ſcharfen und

mistrauiſchen Blicken, damit ſie von dem eingegangenen Gelde nichts in ihre Taſchen ſtecken möchten.— Inzwiſchen war der Zudrang des Volks keineswegs ſo ſtark, als die Commiſſäre wünſchten, und es ſchien, als ſtänden Viele in der Ferne und überlegten, ob ſie ihr Geld den Meß⸗

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