Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der König von Spanien : 2. Theil (1848)
Entstehung
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gerade dieſe ihre Geſpielin, von ihr durch launenhafte Quälereien und Demüthigungen aufs Tiefſte verletzt, ihre erbittertſte Feindin war, und mit welchem Haß und Neid die arme Malerstochter auf die reiche Kaufmannstochter blickte, der ſie unterthänig ſein mußte. Auch auf die mit ſo üppigen Reizen und mit ſo ſtarken ſinnlichen Trieben ausgeſtattete Martha hatte der ſchöne ſtolze Prinz einen lebhaften Eindruck gemacht, und nicht vergebens war ihr bei ſeinem Anblick ſogleich eingefallen, daß ihre ältere Schweſter Eleonore, einſt nicht ſchöner als wie ſie jetzt, die Geliebte des Erzherzogs Philipp geweſen war. Als ſie von Suſanna den umiſtändlichen Auftrag mit dem Ver⸗ ſprechen einer reichen Belohnung„empfing, erglühte ſie, von den ſeltſamſten Gefühlen und Gedanken beſtürmt. Sie übernahm den Auftrag gern und willig und unter⸗ zog ſich der Ausführung deſſelben mit der größten Vor⸗ ſicht. Sie wandte ſich nämlich an den Grafen Torxillas und ließ durch dieſen den Markgrafen um ein kurzes Ge⸗ hör bitten. Der Graf führte ſie Abends auf das Zim⸗ mer des Prinzen. Dieſer war bei einigen flüchtigen Be⸗ gegnungen ſchon auf die hohen Reize des Mädchens auf⸗ merkſam geworden; denn er war ein erfahrener Kenner von Frauenſchönheit. Nichtsdeſtoweniger war er von Martha's Anblick aufs Angenehmſte überraſcht. Aber eh' eine Stunde verging, war er von Martha's Geiſt bezau— bert und kannte die Geſchichte ihres Hauſes. Mit Er⸗ ſtaunen vernahm er Elevnorens ſeltſame Schickſale, von

Der König von Spanien.