20 Der König von Spanien.
trachtete das Ordenskapitel als ein Nationalfeſt; denn das güldene Vließ war ja ein burgundiſcher Orden.— Unter den Fremden wurde auch Marx von Bübenhoven mit ſeiner jungen Frau bemerkt, die er der Erzherzogin Margaretha vorſtellte.
Am Morgen war Gottesdienſt in allen Kirchen der Stadt. Nach der Meſſe zogen die einzelnen Korporationen dem Schloſſe zu; die hohe Geiſtlichkeit, die Ritter, die Gäſte, ein Theil der Stände, die Regierungsbehörden, der Magiſtrat der Stadt. Der glänzende Hofſtaat empfing ſie im Schloſſe. Die waloniſchen Garden waren in den Corridoren aufgeſtellt. Wappenherolde leiteten die einzel⸗ nen Züge zum großen Thronſaal. Die Erzherzoginnen nahmen mit ihrem Gefolge auf einer Eſtrade zur Rechten des Thrones Platz; zur Linken deſſelben war den übrigen Damen der Stand angewieſen. Die Ordensritter um⸗ gaben den Thron. Neben ihnen der Erzbiſchof von Mecheln und die Biſchöfe und Prälaten des Landes. Alle Andern waren im Saal vertheilt. Als Alle beiſahmen waren, verkündete eine Trompetenfanfare die Ankunft des Erz⸗ herzogs. Mit den Großmeiſterinſignien des Vließordens geſchmückt, trat er in die Mitte ſeiner Räthe und Hof⸗ herrn herein, erwiderte freundlich den ehrfurchtsvollen Gruß der Verſammlung und ſtellte ſich mit bedecktem Haupte unter den Thronhimmel. Der am Thron ſtehende Wap⸗ venherold gab mit der Trompete das Zeichen, daß ſe Kapitel eröffnet ſei, und der Erzbiſchof ſprach laut“ kurzes Gebet und ertheilte den Segen.
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