Zweites Rapitel.
Die Räume des Schloſſes waren feſtlich geſchmückt und die ältern Ritter des Vließes um ihren jugendlichen Großmeiſter verſammelt. Die Menge der eingeladenen Gäſte war groß. Denn nicht nur, daß der vornehmſte Adel des Landes auf den Wunſch des Erzherzogs erſchienen war, auch Deutſche und Franzoſen waren gekommen, und die Anzahl der anweſenden Spanier war nicht gering. Der Flor der Edeldamen, durch das Wort des jungen Herrſchers herbeigerufen, riß zur Bewundrung hin. Auch die beiden Erzherzoginnen, Tante und Nichte, traten mit der ihrem hohen Range gebührenden Pracht und mit einem weit größern Gefolge auf, als man ſie ſonſt zu ſehen gewohnt war. Margaretha ſchien ſich verjüngt zu haben und ſtrahlte im hohen Reiz ihrer Schönheit. Außerdem war die ganze Stadt voll von Fremden niedern Standes, vorzüglich reicher, angeſehener Kaufleute aus den Handels⸗ ſtädten, mit Frauen und Töchtern, die in Glanz und Pracht den höchſten Adel zu überbieten ſuchten. Man be⸗
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