Der König von Spanien. 7
geſetzter, ritterlich ſtolzer Herr, au meiſten von ihm be⸗ fangen. Agnes war hier wieder die gefeierte Königin der Schönheit, und alle Würdenträger, weltliche und geiſtliche, beugten willig das Haupt unter ihr ſüßes Joch und zogen an ihrem Siegeswagen. Und dieſe Zauberin ſchmiegte ſich, wie ein Kind, zu den Füßen der Erzherzogin Margaretha, als läge ihr an keines Menſchen Beifall etwas, als an dem der hohen Frau und gerade an dieſem Alles. Sie bezeigte der Fürſtin eine ſchwärmeriſche Verehrung, die in ihren Aeußerungen aber ſo viel kindliche Natürlichkeit ent⸗ faltete, daß Niemand daran dachte, ſie könnte eine er⸗ künſtelte ſein, am wenigſten Margaretha ſelbſt. Und des⸗ halb hielt es dieſe für erlaubt, durch die Gräfin zu er⸗ reichen, was ſie durch ſich ſelbſt nicht erlangen konnte, Einfluß auf ihren Neffen und die Häupter des Hofadels. Die Gräfin ging mit Freuden auf die Plane der Erzher⸗ zogin ein und— täuſchte Alle. Natürlich war an ihr nur ein Gefühl, das ſie oft bei der Fürſtin ausſprach und worin ihr dieſe beiſtimmte, die gereizte Stimmung gegen den König Ferdinand von Aragonien. Ihre übri⸗ gen Neigungen und Abneigungen und ihre eignen Pläne wußte ſie allen Augen mit meiſterhafter Schlauheit zu ver⸗ bergen; ſelbſt der Probſt Innocenz war nur in einen kleinen Theil ihrer Geheimniſſe eingeweiht, und während er ſich für ihren Freund und Vertrauten hielt, war er nichts weiter als ein Werkzeug in ihrer Hand.
Ein neues und großartiges Feſt wurde in Brüſſel


