Die Königskrone. 367
betrogen und hintergangen und jetzt ſchändlicher als das erſte Mal. Fluch über alle Fürſten und Pfaffen!“
—„Ihr ſeid durch Euer Unglück um nichts ge⸗ beſſert, Frau!“ ſprach Fugger verdrießlich.„Ich will nicht in Euer Geheimniß dringen, auch kann mir gleich⸗ gültig ſein, wo Ihr Euch ſeit einem halben Jahre herumgetrieben habt; aber ich wollte jede Wette ein⸗ gehen, daß Eitelkeit, Rachſucht und anderes böſes Gelüſt mehr an Euerm jetzigen Elend ſchuld iſt, wie alle Fürſten und Pfaffen. Und ſo habt Ihr all' Euer unglück ſelbſt verſchuldet. Deshalb wollt' ich, Ihr ginget in Euch und bliebet nun ruhig hier in Augs⸗ burg, wo Ihr zum Leben genug habt und Euch Nie⸗ mand ein Haar krümmt.“
—„Ich will es,“ ſagte ſie weinend.„Nun, da der König Philipp todt iſt, will ich von Euerer Unter⸗ ſtützung leben, weiß ich doch nun, daß dieſe nicht von ſeiner Gnade kömmt.“
—„Ihr braucht auch nicht von meiner Gnade zu le⸗ ben, noch von der eines andern lebenden Menſchen. Mein Bruder Georg hatte Euerm Vater, wie Ihr wißt, ein hübſches Legat ausgeſetzt und Ihr ſeid die Erbin; denn für Euere Geſchwiſter hat mein ſeliger Bruder noch beſonders geſorgt. Es war der Wille meines guten Georg, daß eins der erſten neuen Häuſer, die die Fug⸗ ger in der Jakobsvorſtadt bauen, Euerm Vater und Euch zur Wohnung angewieſen werden möchte.
Euer


