Die Königskrone. 357
von den drei älteſten Kindern ihres verſtorbenen Bru⸗ ders, der achtjährigen Eleonore, dem faſt ſiebenjäh⸗ rigen Karl und der fünfjährigen Iſabella. Die Kinder ſpielten mit allerlei Spielgeräth am Boden. Die Erz⸗ herzogin hatte verweinte Augen und ſchien ſehr ange⸗ griffen.
—„Ihr kommt, mir Lebewohl zu ſagen, Herr Fugger,“ begann die ſchöne Fürſtin mit jener ſüßen Milde in Wort und Blick, die ihr alle Herzen ge⸗ wann, doch zitterte die Stimme, wie von innern Thrä⸗ nen belaſtet.
—„Don Alfonzo wird Ew. Hoheit berichtet haben, daß ich morgen mit ihm nach Antwerpen gehe, um ihn auf das Schiff zu bringen, deſſen Führer er ferner ſein wird.“
—„Ich weiß es,“ flüſterte ſie wehmüthig.
—„Von Antwerpen kehre ich ſogleich nach Augs⸗ burg zurück, wo mich dringende Geſchäfte erwarten.“
—„Euch rufen auch dort Pflichten und wahrlich Ihr habt denen treueſter Ergebenheit hier im vollſten Maße genügt. Ich werde es meinem Vater zu rühmen wiſſen, wie troſtreich Ihr Euch mir in dieſer ſchreck⸗ lichen Zeit erwieſen, wo die Schläge des Schickſals ſo furchtbar auf mich regneten, daß ich es als ein Wunder göttlicher Barmherzigkeit betrachten muß, ihnen nicht erlegen zu ſein.“
—„Ihr habt zu viel Güte für mich, durchlauch⸗


