Die Königskrone.
folgte ihm unwillkürlich. Sie ſah da mehrere rothe Narben und ein glühendes Ange. Eine dunkle Erin⸗ nerung ſchien in ihr aufzuleben, aber ſie gewann keine beſtimmte Geſtalt in ihrem zerrütteten Geiſte. Sie wurde unruhig und fragte Matty leiſe:„Wer iſt der Mann?“
—„Ein flandriſcher Edelmann,“ verſetzte dieſe,„in deſſen Dienſt ich einſt geſtanden. Er bat mich, ihm ſeinen geliebten König noch einmal zu zeigen.“
—„O ihr heiligen Fürſprecher!“ murmelte der Kniende wie in Verzweiflung,„ſo ſollte es ja nicht kommen. Wer Das geahnt hätte!“
—„Ihr vergeßt Euch!“ flüſterte ihm Matty zu. „Nicht ſprechen war die Bedingung. Kommt! Mir wird bange.“
Aber der heftig bewegte Beter erhob ſich nicht. Er war wie an die Stelle gebannt.
—„Entfernt Euch!“ befahl ihm die Königin. Matty riß ihn empor. Er machte eine drohende Be⸗ wegung auf die Königin zu, aber die Schweze drängte ihn nach der Thüre. Draußen ſagte ſie:„Was thut Ihr, meine Frau! Welch ein Unglück hätte aus Euerer Unbeſonnenheit entſtehen können!“
—„O Himmel!“ ſtöhnte Elevnore— denn ſie war es—„das iſt alſo das Ende des ſtolzen Traumes! Grauſamer Philipp, du haſt mich um meine Rache be⸗ trogen, wie um meine Liebe. Todt, todt— und ich trage


