Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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334 Die Königskrone.

machen. Auf der Rückkehr wurden ſie von Kanonen⸗ ſchüſſen überraſcht, welche auf der hochgelegenen Hofburg ſchnell hintereinander gelöſt wurden. Beim Ausſteigen aus dem Boote erfuhren ſie von der zuſammengelau⸗ fenen Volksmenge, die Königin habe einen Prinzen ge⸗ boren, er ſei aber zu frühzeitig zur Welt gekommen und nicht größer als ein Handſchuh, auch habe er keine Haut mitgebracht; die Aerzte ließen Schweine in der Stadt holen, in deren aufgeſchnittenen Bauch der un⸗ zeitige Prinz geſteckt werde, um ihm dadurch Lebens⸗ wärme und eine Haut zu verſchaffen. In ihrer Her⸗ berge angelangt, erfuhren die Fugger vom Herbergs⸗ vater die betrübende Nachricht, die Königin ringe mit dem Tode, und ſchon nach einer Stunde verbreitete ſich die Trauerkunde, ſie habe den Geiſt aufgegeben. Man erzählte nun offen, der Graf von Zips habe die hohe Frau dermaßen geärgert, daß ihre Leibesfrucht von dieſer Gemüthsbewegung zwei Monate zu früh von ihr gegangen; dann ſei der Graf mit der Wehmutter zugleich in das Cloſet der Königin gedrungen und während dem Kreiſen nicht gewichen. Darüber hätten ſich alle anweſende Frauen der Königin bis zum äußer⸗ ſten erzürnt und zwiſchen einer franzöſiſchen Kammerfrau und dem Grafen ſei es zu einem heftigen Auftritt ge⸗ kommen. Dadurch ſei das verdroſſene Gemüth der gebärenden Königin noch heftiger angegriffen worden und wahrſcheinlich hätten die Frauen och vazu in der

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