Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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26 Die Königskrone.

jeſtät, des Königs Don Fernando von Arragon, Nea⸗ pel und Sicilien, Reichsverweſers von Caſtilien, ge⸗ kommen, um Sr. Majeſtät, dem Könige von Caſtilien, die von den eaſtiliſchen Ständen beglaubigte Abſchrift des Teſtamentes der verſtorbenen Königin und das Protokoll der letzten Ständeverſammlung zu Toro zu überbringen und ſich danach über die Willensmeinung ihres Monarchen vernehmen zu laſſen. Mit dieſen Wor⸗ ten übergab der Sprecher dem Könige die Pergamentrolle, welche die Abſchrift des Teſtamentes enthielt, und auch ſie legte der König ſogleich in die Hände des Hofkanz⸗ lers mit dem Befehl, den letzten Willen ſeiner erlauch⸗ ten Schwiegermutter, der Donna Iſabella, laut vor⸗ zuleſen. Dieſem Befehle wurde ohne Verzug Folge geleiſtet.

Der Eingang betraf Anordnungen ihres Begräb⸗ niſſes, von jener großen, edlen Einfachheit eingegeben, der die Königin ſt buldigt. Alle verſchwenderiſche Pracht ſollte ve das dadurch erſparte Geld an die Armen werden; in der Kirche des von ihr in der Alhambra in Granada errichteten Fran⸗ ziskanerkloſters ſollte ihre Hülle in einer niedrigen, ſchlich⸗ ten Gruft ruhen. Dann ſorgte ſie zunächſt für ver⸗ ſchiedene Wohlthätigkeitsanſtalten, wies unter Anderem Heirathsgüter für arme Mädchen an und eine beträcht⸗ liche Summe zur Befreiung chriſtlicher Gefangener in der Berberei. Nach andern höchſt löblichen und wei⸗