Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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Die Königskrone. 23

in Brüſſel angekommene Caſtilier beſtätigten dieſe Kunde, brachten aber auch dem Könige die tröſtliche Verſicherung, daß der ganze hohe Adel Caſtiliens mit dieſer Verfügung unzufrieden ſei und, da dieſelbe, wenn das Teſtament wirklich echt, woran noch zu zweifeln, nicht mit Zuziehung der eaſtiliſchen Stände gemacht ſei und ihrer Beſtätigung entbehre, ſo ſeien dieſe weder verpflichtet, noch gewillt, ſie anzuerkennen. Vorzüglich aber ſei der hohe Adel feſt entſchloſſen, ſich nur dem Don Philipp und nicht dem Don Fernando zu unterwerfen, weil die Königin durchaus kein Recht gehabt habe, in dieſer Weiſe über die Krone zu ver⸗ fügen.

König Philipp hielt mit dieſen Herren mehrfache Berathungen; aber jede neue Nachricht aus Spanien ſchien das geſpannte Verhältniß zwiſchen dem Könige von Arragonien und deſſen Schwiegerſohne zu erhöhen. Noch vor Ablauf des Monat te die Kunde in Brüſſel an, daß König Ferdi iliſchen Stände zu Anfang des Jahres in Toro berufen und daß dort zwar die Erzherzogin⸗Infantin Donna Juanna als Königin ausgerufen, der König Don Fer⸗ dinand aber wegen Unfähigkeit Juanna's zum Verwe⸗ ſer des Königsreichs in ihrem Namen ernannt und bevollmächtigt worden ſei, bis zur Volljährigkeit des Prinzen Don Carlos zu regieren, Alles nach der Teſtamentsverordnung der verſtorbenen Königin,

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