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Die Konigskrone.
renherold zur linken und ſo nahmen ſie dem Könige den Herzogshut vom Haupte, den ſie ebenfalls auf den Altar niederlegten. Von dort nahm der Herold nun ein koſtbares, bloßes Schwert bei der Spitze, kehrte damit zu Philipp zurück, hob es empor und ſprach: „Herr, dieſes Schwert wird Ew. Majeſtät übergeben, zum Zeichen, daß Ihr ſollt ſein ein Schutzherr der Gerechtigkeit und Eure Königreiche, Länder und Un⸗ terthanen beſchützen und nicht unterdrücken!“ Der Kö⸗ nig kehrte nun ſein Geſicht dem Altar zu, nahm das Schwert beim Kreuz, warf ſich auf ein Knie nieder und betete ſtill; dann ſtreckte er das Schwert empor und hielt es eine Weile gleichſam zum Schwur, daß er ſeine Königspflicht erfüllen wolle. Als er ſich wieder umwandte, hatten alle Herolde, Trompeter und niedere Diener ihre Röcke abgelegt und andere mit den eaſti⸗ liſchen Farben angezogen. Alle Verſammelten brachen in ein Jubelgeſchrei aus:„Hoch lebe das eaſtiliſche Königspaar! Hoch leben Philipp und Johanna!“ Und das Gewölbe der Kirche hallte wider vom Jauch⸗ zen der Tauſende. Jetzt erſchien der Biſchof in der Mitte aller Prieſter in den glänzenden Pontificalibus wieder vor dem hohen Altar und ſtimmte den ambroſia⸗ niſchen Lobgeſang und das„Fac salvum Regem“ an und ſprach den Segen über den knienden König. Sobald ſich Philipp nach dieſer Feierlichkeit erhob, trat ihm ſeine Schweſter zuerſt glückwünſchend entgegen; aber


