nach Spanien. 367
daß ich alle von mir geben muß, die meinem Herzen lieb und theuer ſind! Ich werde einſam ſterben müſſen.“
Die Erzherzogin reiſte über Valladolid und Burgos und begab ſich in Laredv an Bord. Drei Wochen dar⸗ auf betrat ſie die niederländiſche Küſte.
Das Königspaar blieb in Medina del Campo; die Königin hoffte ſich hier erholen zu können. Am fünf⸗ ten April wurde Spanien aber von einem entſetzlichen Erdbeben heimgeſucht, welches die gräßlichſten Ver⸗ wüſtungen anrichtete und den Zuſtand Iſabella's wieder verſchlimmerte. Es kamen ihr neue Todesahnungen. Sie ließ einen Courier nach den Niederlanden mit der Bitte an den Erzherzog abgehen, er möchte ihr ſeinen älteſten Sohn, Don Carlos, nach Spanien ſchicken, damit er als ihr Erbe unter ihren Augen erzogen und mit ſpaniſcher Sitte vertraut würde. Philipp und ſein Vater wollten ihr willfahren, aber der Plan wurde durch die nachfolgenden Ereigniſſe vereitelt. Denn zu Anfang Juli erkrankten beide Könige von Spanien in Medina del Campo ſo heftig, daß Jedermann fürchtete, Spanien werde ſein Herrſcherpaar mit Einem Schlage verlieren. Ein zweiter Courier ging nach Brüſſel, um den Erzherzog mit ſeiner Gemahlin zur möglichſchnell⸗ ſten Reiſe nach Spanien zu vermögen. Aber Philipp war eben in einen Krieg mit dem Herzoge von Geldern verwickelt und hatte auch ohnedies wenig Luſt, unter dieſen Umſtänden Spanien wieder zu ſehen.


