Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Reise nach Spanien : 2. Theil (1846)
Entstehung
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342 Die Reiſe

nicht ausſprechen wollt. Du ſchämſt dich der häßlichen Frau. Aber hörſt du, Philipp die Eiferſucht deiner Gemahlin hat ihre Schönheit gemordet. Ich ward elend und arm durch dich.

Erſpart Euch alle dieſe Bemerkungen. Ich kann und will nichts mehr mit Euch zu ſchaffen haben und erinnere Euch nochmals allen Ernſtes, zu bedenken, daß Ihr mit einem mächtigen Fürſten redet. Trotzt nicht auf meine Langmuth und auf die Rückſicht, die ich Eurer Meinung nach Verhältniſſen vergan⸗ gener Zeiten ſchuldig ſein ſoll. Entfernt Euch!

Ha, Elender, mir das! Ich verachte deine Macht und deine edle Langmuth Die Wuth erſtickte ihre Stimme: ſie brach in ein dumpfes Heulen aus, das mehr dem heißhungrigen Schrei eines wilden Raubthieres als einer menſchlichen Stimme glich. Ihre haſtig in den Buſen vergrabene Hand kam mit einem Dolche bewaffnet wieder zum Vorſchein. Aber die Wuth, von der dieſe leidenſchaftliche Frau überwältigt worden war, machte ſie blind und ohnmächtig. Sie ſank auf einen Seſſel, nicht mehr Herrin ihrer Glieder, und ſchrie wie wahnſinnig. Der Erzherzog rief den Pagen herein, um ſie fortführen zu laſſen. Er war ſelbſt in der heftigſten Aufregung. Wider Erwarten ließ ſie ſich ohne Widerſtand fortführen; ſie weinte verzweiflungsvoll, und jeder Ton, den ſie ausſtieß, ſchnitt ihm durch die Seele. Aber er fühlte, daß er nicht