nach Spanien.
war ſtundenlang bei ihm und Germaine von Foir wich nicht von ſeinem Lager. Die Angſt um Philipp's Leben raubte der ſchönen Gräfin alle bis jetzt künſtlich be⸗ wahrte Herrſchaft über ſich ſelbſt; ſie verrieth durch ihre Thränen, ihre ſieberhafte Angſt, ihren Eifer um den Kranken eine tiefe Leidenſchaft für ihn und, dar⸗ über von der Königin befragt, der dieſer merkwürdige Umſtand nicht verborgen bleiben konnte, geſtand ſie mit Thränen— die kalte ſtolze Prinzeſſin— ſie habe ſich ſehr unglücklich gefühlt, daß der Erzherzog ihre Baſe Anna ihr vorgezogen und ſie vernachläſſigt habe.
Nach langer Berathung der königlichen Familie, ob man die Gefahr, in welcher das Leben des Erzherzogs ſchwebte, an den ſavoyiſchen Hof melden ſollte, entſchied ſich endlich der König, dies zu unterlaſſen, um der her⸗ zoglichen Familie den Schrecken zu erſparen.
Sechs Tage ſchwebte der Kranke zwiſchen Leben und Tod; am ſiebenten brach ſich die Hartnäckigkeit des Fiebers. Die Jugendkraft hatte über die Gewalt der Krankheit geſiegt.
Die Geneſung ging äußerſt langſam von ſtatten. Der Geneſende ſehnte ſich nach ſeiner Schweſter und ſeinem Schwager und trug dem Könige die Bitte ſchüchtern vor, ob er ihn nicht auf Ehrenwort bis zu ſeiner völligen Geneſung nach Bourges entlaſſen wolle. Hernach werde er ſich als ehrlicher Gefangener wieder ſtellen.


