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nach Spanien. 9
mailändiſches Geld noch weiter. Das Herzogthum Mailand war ein Lehn der deutſchen Königskrone; denn Kaiſer Wenzel hatte Galeazzo Visconti zum Herzog von Mailand erhoben. Aber weder der trotzige Franz Sforza, noch ſein Sohn Galeazzo Maria hatten die Belehnung nachgeſucht. Auch Johann Galeazzo, des Königs Maximilian Schwager, ſuchte ſie nicht, als er mündig geworden war. Wohl aber ſuchte ſie deſſen Ohm und Vormund Ludwig, ſobald er durch Blanca mit Maxi⸗ milian in ſo nahe Verhältniſſe gekommen war; er ſuchte ſie— für ſich ſelbſt. Denn er hielt den jungen Her⸗ zog Galeazzo, den er für blödſinnig ausgab, und der es vielleicht wirklich war, von der Regierung zurück und verwaltete dieſelbe ferner, obgleich er kein Recht dazu hatte. Nun hatte ſich aber der junge, in ſolcher Abhängigkeit, ſchier Gefangenſchaft, gehaltene Herzog mit einer Tochter des Königs Ferdinand von Neapel vermählt und zeugte drei Kinder mit derſelben, wobei ein Sohn. König Ferdinand von Neapel beklagte ſich öffentlich bitter über die Gefangenſchaft und Zurück⸗ ſetzung ſeines Schwiegerſohns durch deſſen Oheim und drohete dem Letztern endlich mit Krieg. König Maxi⸗ milian war ſchwach genug, für ſchweres Geld den Oheim ſeiner Gemahlin mit dem Herzogthum Mailand zu be⸗ lehnen und ſeinen Schwager Galeazzo auszuſchließen, aber er vermochte den ſchlauen Ludwig nicht vor der gerechten Rache des Königs von Neapel zu ſchützen.


