von Antwerpen. 311
Meunzehntes Rapitel.
Die beiden Zofen der unglücklichen Kaufmannsfrau hatten dieſe theils aus Anhänglichkeit, theils auf Fug⸗ ger's Befehl in das Haus des Wundarztes begleitet, wo ſie beim Verbande derſelben hülfreiche Hand gelei⸗ ſtet. Hier hatten ſie die beſte Gelegenheit, zu ſehen, wie ſchrecklich die Wunden und die dadurch bewirkte Entſtellung des erſt ſo reizenden Geſichts waren. Elev⸗ norens Schmerzen waren ſo groß, daß der Arzt ihr betäubende Arzeneien reichte, wodurch ſie bald in ei⸗ nen tiefen Schlaf verſetzt wurde. Kaum ſahen ſich die beiden Mägde dadurch ihrer Dienſtleiſtungen enthoben, als ſie mit beflügelten Schritten in die Herberge ihrer Herrſchaft eilten und der männlichen Dienerſchaft der⸗ ſelben die ſchauderhafte Mähre mit beliebten Ueber⸗ treibungen hinterbrachten. Ronh ſeinerſeits hatte nun nichts Eiligeres zu thun, als ſeinen Herrn, der, aus dem langen Ausbleiben ſeiner Ehehälfte auf einen gro⸗ ßen Zuwachs von Ehre ſchließend, ſchmunzelnd mit


