20 Die ſchöne Kaufmannsfrau
benhoven, vor Euch.— Junker, beliebt es Euch nicht, näher zu treten, damit ich Euch den Namen dieſes prieſterlichen Herrn nenne, obgleich ich nicht hoffen darf, daß ſeine Bekanntſchaft dem Heile Eurer Seele ſonderlich förderſam ſein dürfte.“ Der Prieſter lachte in ſeiner wilden Weiſe, der Junker erröthete. Jeder bezog den ſcharfen Stich auf ſich.„Es iſt Pater In⸗ nocenz— doch glaubt um des Himmels willen dieſem unſchuldigen Namen nicht!— Archidiakonus an der hie⸗ ſigen Domkirche und naher Verwandter unſeres Hauſes. Aber mein Gott, Vetter, wie ſind wir denn eigenklich verwandt? Habt Ihr mir das ſchon geſagt oder habe ich es wieder vergeſſen?“ —„Eures Mannes erſte Frau war meines Vaters Schweſter. Ihr ſeid alſo meine Tante, holde Frau.“ —„Ifui! bin ich meines Mannes erſte Frau? Wonn ich meine Jahre an den ſeinigen abmeſſe, wird es mir„ ſchwer, zu glauben, daß ich ſeine zweite Frau bin. ziemte mir beſſer, ſeine Tochter zu ſein.“ 6. —„Mir ſeid Ihr jedenfalls als ſeine Frau lieber.“ —„Warum?“ —„Weil ich Euch als ſolche in der Beichte habe,“ lachte der Pater boshaft. Sie ſchlug mit dem Gebetbuche nach ihm:„Ihr paßt zum Prieſter und Beichtvater, wie ich zur Fran Eures Ohms. In der That und Wahrheit, Junker, Bübenhoven, Ihr ſeht in dieſem geiſtlichen Manne denz


