von Antwerpen. 17
als verhindere irgend ein organiſcher Fehler ihn mitten in der Rede am Sprechen und als ſprenge ſeine wilde Ungeduld dann das hemmende Band, ſo daß der Strom der Rede nur noch gewaltiger hervorſchoß, um gleich darauf wieder von neuem aufgehalten zu werden und auf dieſe Weiſe in kurzen Zwiſchenräumen herauszuſtür⸗ men und das Ohr des Hörers zu betäuben:„Ich finde es ſonderbar, ſchöne Baſe, daß Eure Papageien, ſo oft ich zu Euch komme, immer nur: Hoch lebe das Haus Burgund und Oeſtreich! ſchreien und niemals: es lebe der Papſt oder die heilige Kirche oder die Jungfrau Maria! und eben ſo wenig: es lebe die Re⸗ publik der Niederlande oder Batavia!“
—„Das Erſtere beſorgen die Diener der Kirche ſelbſt ſo häufig und mit ſolchem Nachdruck und ſchreien es mit ſolcher Staar- und Elſtergeläufigkeit in die Welt hinaus, daß es vom größten Ueberfluſſe wäre, auch noch oſtindiſche Vögel dazu abzurichten; die göttliche Jungfrau iſt mir viel zu erhaben, um ihren heiligen Namen in den Mund eines Thieres zu legen, obgleich Die, welche ihn am meiſten im Munde führen, es ſehr zweifelhaft laſſen, welchem Reiche der lebenden Weſen in der Naturgeſchichte ſie zuzuzählen ſind; und die Repu⸗ blik der Niederlande ohne das Haus Burgund und Oeſt⸗ reich iſt ein Ding, das man nicht ſieht, nicht hört, nicht riecht, nicht ſchmeckt noch fühlt. Wie können es meine Vögel leben laſſen?“
Ein deutſcher Leinweber. I. 2


