Teil eines Werkes 
2. Theil (1836) Des Sternes Wachstum, oder Der Märtyrer / von Ludwig Storch
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der Spitze, auch nach Paläſtina drangen, und Na⸗ than Benjamin jeden Plan verdarben. Auch die Brüder des Lichts, die eifrig im Geheim gegen Sab⸗

bathai wirkten, hatten an dieſen Mißlingen vielen.

Antheil. Nathan rieth daher Sabbathai ſelbſt, ſich nach Jeruſalem zu verfügen, dort Unterricht zu er⸗ theilen, und ſich eine Zeitlang ſo ruhig als mög⸗ lich zu verhalten, bis die Ausſichten auf ſeine Er⸗ höhung ſich günſtiger zeigen würden.

So wanderte Sabbathai, abermals getäuſcht,

der heiligen Stadt zu. Nie war ſein ſo glänzend aufgegangener, ſo herrlich an wunderbarem Lichte gewachſener Stern trüber und wolkenumhüllter, als an dem Tage, wo er auf Judäas Höhen ſtand, und unter ſich die Stadt ſeiner Väter erblickte, die uralte ergrauete Königsgeliebte, das in Trümmern geſtürzte Zion; faſt ſchien es, als ſollte der präch⸗ tige Jakobsſtern hier unbemerkt und unbetrauert un⸗ tergehen. Anders freilich hatte ſich der, von den Flammen der Gottbegeiſterung und der Poeſie durch⸗ glühete, Jüngling ſeinen Einzug in Jeruſalem ge⸗ dacht, aber noch durchflammte ihn die ſtarke Sonne der Hoffnung, noch erfüllte ihn der unerſchütterliche