Sonnenhoͤhe der Begeiſterung und ahnete die ewige Liebe, das Triebrad der Natur, das die Welten mit geheimer Kraft zuſammen hält und ſie verbindet zum ewigen All. Ihre Bruſt belebte der Strahl die⸗ ſer gottlichen Gefuhle.
Schon drei Tage hatte die Sehnſuchtige geharrt; da raſſelte der zwanzig Ellen lange Reiſewagen vor die Thuͤr. Marie und die Hofräthin eilten erſchreckt an's Fenſter. Da quoll's heraus, und ſtieg heraus, und wollte kein Ende nehmen, wie das Oel in der Witwe Kruglein. Der Hofrath fuhr behend aus ſei⸗ nem Schlafrock, rief nach ſeiner Staatslivree und rannte wie beſeſſen durch die Stube. Die Hofräthin machte Schachteln auf, griff nach Kiſten, lief zu Schränken, um ein ſchoͤnes Kopfaufgeſetz zu ſuchen, ergriff in der Angſt eine alte Muͤtze und brachte ſie verkehrt auf das Haupt. Marie lief mit einem Freu⸗ dengeſchrei die Stufen hinab und ſtuͤrzte ihrem Eduard in die Arme. Der Lord und Lady Mary weideten ſich an dem Entzuͤcken des ſchoͤnen Maͤdchens und ihres Sohns. Da trat der Hofrath aͤngſtlich gravi⸗ tätiſch heraus, hinter ihm die theure Ehehaͤlfte, mit dem modiſchen Kopfputze. Anna hing an ihrem Hals, weinte an ihrem Buſen. Der Hofrath machte einen Buͤckling um den andern und konnte keinen zuſam⸗ menhaͤngenden Satz hervorbringen. Wilhelm ſchob die ganze Armee zum Hauſe hinein, trieb ſie zur Treppe hinauf, brachte ſie in das Beſuchzimmer. Da kam es nun zu Erklaͤrungen. Wilhelm uͤbernahm


