Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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Hannover, am 1. September 18r9.

Mur den kann ich glücklich nennen, der im Wech⸗ ſel der Schickſale, im Kampf und Sturm die Idee ſeiner Freiheit anſchauen lernt. Sie muß ihm ein leuchtender Stern ſein in allen Naͤchten, und nur wer verſtanden hat, daß er ein Freiet iſt, mag den harten Schlag ertragen koͤnnen, der den unfreien zerſchmettert. Wilhelm, Dich habe ich erkannt! Du haſt die Idee angeſchaut; keine Trugwolke darf Dir ihre Reinheit truͤben.

So hoͤre denn, daß, indem ich dieſes ſchreibe, Anna Golding nicht mehr in unſerer Mitte iſt. Wo? Wir wiſſen es leider! nicht. Wir haben nicht einmal eine Spur von ihr. Doch vernimm den nähern Hergang der Sache.

In meinem letzten Briefe ſchrieb ich Dir, daß Dein Oheim, der alte Commerzienrath, ſelig entſchla⸗ fen ſei, und wir Kleefeld von ihm geerbt haͤtten.

Vor drei Wochen ging ich mit Deinem Vater dahin, das Gut in Beſig und die Erbhuldigung anzu⸗