Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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befohlen, ich ſoll ihn ſuchen. Ich kann ihn aber nicht finden.

Ich will ihn Euch zeigen, ſagte Tim und führte ihn nach der Laube. Dort lag auf einer mit Klei⸗ dern gepolſterten Bank Michaul O'Donnel, und vor ihm kauerte der alte John Boyle.

Wo Tauben ſind, fliegen Tauben zu, rief Tim herzutretend in fröhlichſter Laune.Hier iſt uns ein prächtiger Vogel zugeflogen, Maſter Mic. Eine Taube iſt's nun freilich nicht; ein Geier iſt's, der aber kein Täubchen mehr rupfen wird.

Lord Kildare! riefen Michaul und John ſchier erſchrocken.

Ich bin's! ſagte der Genannte, mit dem alten Stolz ſich in die Bruſt werfend.

Nun weiß ich auch, weshalb ich geſtern in Rough⸗ eligh den guten papiernen Fund that, lachte Tim grinſend.Kennt Ihr dieſen Mann hier, My⸗ lord? Und ihm in's Ohr ſchreiend:Es iſt Michaul O'Donnel!

Vom Klang dieſes Namens fuhr Kildare erſchrok⸗ ken zuſammen; es ſchien, als habe derſelbe den Schleier vor ſeinem Geiſte zerriſſen, denn mit theils verwun⸗ derten, theils entſetzlichen Blicken ſah er die Umſtehen⸗ den an und ſchrie verzweifelt:Und Du biſt Tim, der entſetzliche Tim?

Sagt Euch Euer väterliches Herz, wer ich bin? entgegnete dieſer mit hölliſchem Hohne.Mylord, Ihr ſollt noch mehr erfahren. Nicht Sir Lewis O'Don⸗ nel habt Ihr erſchoſſen, wie Ihr wähnt, der iſt glücklich mit Eliſabeth O'Neil, die Ihr ſonſt Euere Tochter nanntet, auf und davon, glücklich entronnen; nein, Sally war's, Sally Kildare, Euer leibliches Kind,

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