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279 erkennen waren, und behutſam umherlauernd. Es war Tim Ruuthan und Billy, Leßlie's Diener.
„Sage mir jetzt aufrichtig, mein Junge,“ flüſterte der Erſtere zu Letzteren,„iſt die traurige Geſchichte, von welcher dieſer dampfende Steinhaufen predigt, wirklich ſo, wie Du ſie uns erzählt haſt, oder haſt Du uns, aus Schonung für den armen ſchwerver⸗ wundeten Michaul O'Donnel, den Untergang des edlen Sir Lewis in dieſen Trümmern verſchwiegen? Im letztern Fall haſt Du allerdings ſehr klug gehandelt; denn Michaul liebt ſeinen Bruder viel zu heftig, als daß er in ſeinem jetzigen Zuſtande die gewiſſe Nach⸗ richt vom Tode deſſelben lange überleben würde; mir aber gieb reine Wahrheit!“
„Ich gab ſie Euch ſchon, Maſter Tim,“ entgegnete Billy.„Wie ich Euch die Geſchichte von der Zerſtö⸗ rung des Schloſſes erzählt habe, ſo iſt ſie; ich brauchte nichts in Maſter Michauls Gegenwart zu verſchwei⸗ gen. Mein tapfrer Gebieter und Sally liegen darin begraben; ich aber ſchied von Sir Lewis und ſeinen Begleitern, wobei auch Euere Frau war, und da be⸗ fanden ſich alle wohl. Im Gehölz traf ich den alten John Boyle, der mich anrief; an meiner Stimme beim Antworten erkannte er mich. Er hatte ſich die⸗ ſelbe aus der Zeit unſres gemeinſchaftlichen Aufent⸗ haltes in der Höhle des Rieſendammes gemerkt. Bald erkannte ich auch ihn; denn, ihn für einen Engländer haltend, war ich, eben im Begriff, zu fliehen. Er bat mich, das Schlachtfeld beim hellen Schein des Mon⸗ des mit ihm zu durchwandern, um zuzuſehen, ob er nicht einen ſeiner Freunde finden würde, dem er die letzte Ehre erzeige. Als wir lange vergeblich geſucht hatten, äußerte er den Wunſch ſehr lebhaft, das ma⸗ jeſtätiſche Grab ſeiner geliebten Pflegetochter zu ſehen


