Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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komme! Dein Wille geſchehe! Gieb uns täglich Brot! Vergieb uns unſre Schuld, wie wir vergeben unſern Schuldnern! Führe uns nicht in Verſuchung, ſondern erlöſe uns vom Uebel. Denn Dein iſt das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit, in Ewigkeit, Amen! Friede mit den Todten, Amen!

Alle hatten knieend mitgebetet; dann ſaßen ſie ſtumm in den Mond, oder die Wellen blickend, über die der Kahn ſchnell dahin glitt; kein Laut ſtörte die wehmüthige Feier der Gefühle. Die Mondſtrahlen thauten wie helle Thränen auf ſie herab.

Nach Mitternacht verdunkelte ſich der Himmel; der Mond verhüllte ſein Antlitz in Regenwolken. So lieb dies den Flüchtlingen war, ſo hatten ſie doch kaum das Ufer betreten, als ſie auch ſchon auf ein Piquet ſtießen. Ehe ſie ſich's verſahen, waren ſie um⸗ ringt und zu ſpät bereuete Lewis O'Donnel, ſich von den übrigen bewaffneten Männern getrennt zu haben. Sein verzweifelter Muth erlag nach wenigen Minuten der Uebermacht, und was er am meiſten gefürchtet, was ihm bittrer und ſchrecklicher war, als der Tod, mußte er zuletzt noch erfahren, Gefangener der Engländer zu ſein.

O, lägen wir bei Leßlie und Sally begraben! rief er verzweiflungsvoll.

Sie wurden zur nächſten Fiſcherhütte gebracht, in welcher der Chef des Regiments lag, und der erſte Mann, der ihnen dort entgegentrat, war dieſer ſelbſt, war Lord Wexford. Kaum hatte dieſer ſeine Ge⸗ fangenen im erſten Strahl des trüben Morgens er⸗ kannt, als er frendig erſchrocken ausrief:Willkom⸗ men, tauſendmal willkommen, edler Sir, in meiner Behauſung! Willkommen, Miß Eliſabeth! Will⸗ kommen, Mutter Peppy! Willkommen, alter hoch⸗