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Das Hrabmonument und die Flucht.
Unter die gerüſteten Haufen der Freunde draußen trat Peppy und brach ihr langbeobachtetes Schweigen:
„Nicht vergebens bin ich hier geboren und aufge⸗ wachſen; nicht vergebens hat Kildare mich in meiner Jugend hier verführt. Wir hatten unſre Züſammen⸗ künfte des Nachts oft am See und gingen durch ei⸗ nen Gang dahin, der dort hinaus unter den Wällen führt und ganz verſteckt iſt, jerenfalls von einem frü⸗ hern Schloßbewohner in den ſtürmiſchen Zeiten angelegt, um ſich ſchnell dadurch zu retten. Er mündet in ei⸗ nem dichten Gebüſch am See, wie ein Waſſerkanal. Vertraut Euch meiner Leitung.“
Die Männer betrachteten die alte Frau wie einen Rettungsengel. Der Pater ſprach noch einmal den Segen über ſie; dann folgten ſie Peppy und gelang⸗ ten nach kurzer Zeit glücklich in's Freie. Still wan⸗ delten ſie paarweiſe knapp am Ufer hin und zerſtreu⸗ ten ſich dann aus Vorſicht. Die Meiſten ſchlugen in kleinen Abtheilungen Wege nach den Gebirgen ein. Lewis O'Donnel zog es auf Peppy's Rath vor, an der nächſten Fiſcherhütte einen Kahn zu beſteigen und über den See zu ſetzen. Der Abſchied von den ta⸗ pfern Männern war kurz und ſchmerzlich. Außer em Baronet beſtiegen Eliſabeth, Anna Ruuthan, Peppy und O'Kelly das Fahrzeug, das nach wenigen Minu⸗ ten auf den mondbeſeuchteten Wellen ſchaukelte.—
Storch, ausgew. Romane u. Novellen. X. 18


