271
„Wir warten auf Dich, Billy,“ ſagte Lewis O'Don⸗ nel zu dem weinenden Diener,„bis Du Deines Herrn letzten Befehl vollführt haſt.“
Alle hatten die Halle verlaſſen, bis auf Billy; er ſtand an dem ſchauerlichen Lager.
„Billy, nicht ohne Abſicht ließ ich dieſen Morgen
den Pulvervorrath des verbündeten Heeres herein in das Schloß ſchaffen; ich gab vor, es ſei hier ſicherer, aber wirklich fuhr mir ein dunkler Gedanke durch die Seele. Es iſt ſo geworden, wie ich ahnete. Irlands Freiheit iſt geſchlachtet, und ich habe nur noch we⸗ nige Minuten zu leben; aber ich will ſterben, wie ich gelebt habe, nicht auf gemeine Weiſe, und mir eine handvoll Engländer, die draußen noch geſund und munter ſtehen, mitnehmen auf der dunkeln Reiſe. Sie ſollen mir den Hochzeitreigen tanzen, einen luſti⸗ gen Fackeltanz. Die Hochzeitfackel will ich ſelbſt an⸗ zünden. Schaffe die Pulverfäſſer von den Wagen herein und lege ſie rund um unſer Lager. Lewis O'Donnel und ein paar treue Burſche werden Dir helfen. Beeile Dich, es wird bald geſchehen ſein.“
Der Diener ging mit trübem Blick. Bald war das Geſchäft vollbracht. Rund um das Lager ſtan⸗ den die Pulvertonnen, jede geöffnet, und von einer zur andern hing das pulvergeſättigte Leitſeil.
„Nun reiche mir meine guten Piſtolen. Ich danke Dir, Billy. Leb' wohl! Gott vergelte Dir, was Du an mir gethan!“
Der Diener ging laut ſtöhnend, und ſchauerliche Einſamkeit erfüllte die Halle. Die Bildſäulen an der Wand, vom ſchwachen Mondſtrahl, der durch die buntgefärbten Glasſcheiben ſchlich, ſeltſam beleuchtet, ſchauten ſo geſpenſtig ernſt auf die beiden Inhaber Lagers. Sally's Geſicht glänzte weiß, wie Mondſchein.


