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und berührte die Lippen der Todten mit den ſeinigen; aber kein Schmerz drückte ſich in ſeinen Zügen aus, es glänzte vielmehr darin, wie hohe Wonne. Eliſa⸗ beth umfaſſend und mit ihr an der Leiche knieend, ſprach er ſanft:„Weine nicht länger, Geliebte! Der Herr hat es wohl mit ihr gemacht! O, welch' hohe Gnade hat er ihr angedeihen laſſen! Und auch darin, daß er ihr dieſe Wohlthat durch die frevelvolle Hand ihres Erzeugers zuſendete, verehre ich einen Akt gött⸗ licher Barmherzigkeit. Laß uns beten an dieſem hei⸗ ligen Altar!“ Und Beide falteten die Hände und be⸗ teten über der Leiche. Dann umfaßte der tief ergrif⸗ fene Mann die leichten Ueberreſte des Heldenmädchens und trug ſie behutſam die Stufen hinab. Eliſabeth folgte mit verhülltem Haupte. Stumm ſchritten Beide über den Hof mitten durch die beſtürzten, ihnen mit ehrfurchtsvoller Scheu ausweichenden Krieger und brach⸗ ten die Hülle in die große Halle, wo Leßlie lag. Kaum hatte dieſer, ſelber ſterbend, gehört, was geſchehen war, als er jubelnd ausrief:„Sei gegrüßt, ſei willkommen, geliebte Tochter Irlands! So wirſt Du doch noch meine holde Braut, mein ſüßes Lieb, und wir werden heute noch vereint! Her zu mir! Legt ſie auf mein La⸗ ger! Das iſt unſer Brautbett! Ich hatte es ihr ja gelobt; und das Schickſal hat für mich Wort ge⸗ halten. Ruft mir den alten Prieſter OKelly herbei, daß er uns einſegne! O Du Herzliebſte, wie ſchön biſt Du! Bringt Fahnen und Kriegsgeräth und ſchmückt die Brautleute! Singt uns Hochzeitlieder und laßt uns dann allein, damit wir eine lange, ſüße Braut⸗ nacht zuſammen feiern; ſo eine ſchwermüthig einſame Nacht, wie wir in der klingenden Höhle des Rieſen⸗ dammes zubrachten. Nicht wahr, mein ſchönes, blei⸗ ches Bräutchen, ſüße Tochter Irlands?“


