Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

257

ſchmerzlich, übergab dem Bruder den bisher von ihm geführten Befehl über das noch erfolgreich kämpfende Mitteltreffen, und Sally ein Zeichen gebend, ſprengte er, nur von ihr und einem Diener begleitet, dem Schloſſe zu, wo Leßlie bisher das Kommando geführt, und wohin O'Donnel ſchon vor mehren Stunden Eliſabeth, Peppy, O'Kelly und alle Verwundeten ge⸗ ſchickt hatte. ð Dieſer Punkt wurde jetzt der wichtigſte, aber auch

der gefährlichſte, da nur von deſſen möglichſt langer 1 Behauptung der allgemein geſicherte Rückzug des Hee⸗. res abhing, indem dem Feinde, ſobald dieſe Stellung genommen war, ein Weg geöffnet wurde, auf welchem

er die Straße nach Killala früher, als Humbert mit ſeinen Franzoſen und den Fren, erreichen konnte.

Setzen Sie Mißtrauen in meinen Muth, Sir Lewis, daß Sie mich zum Mitteltreffen ſenden wol⸗ len? fragte Leßlie, der die Schwierigkeit des ihm an⸗ vertrauten Poſtens kannte, mit dem Tone des Unwil⸗ lens, als er von des Baronets Entſchluß, hier ſelbſt den Befehl zu übernehmen, unterrichtet war..

Nur das größte Vertrauen auf Ihre Einſicht, ſowie auf Ihre Tapferkeit, lieber Leßlie, konnten mich beſtimmen, Ihnen den Befehl über das Hauptheer zu übertragen, während ich mich ſelbſt mit einem Neben⸗ poſten begnüge. 3

Auf dem man nur durch Tod oder Gefangen⸗ ſchaft abgelsſt wird, Sir Lewis. Ich weiß, daß Sie die letztere nicht wählen, warum wollen Sie daher nicht auch mir die Ehre des ehrlichen Soldatentodes gönnen?

Wer denkt an Tod oder Gefangenſchaft, mein theurer Freund, ſo lange unſre Fahnen noch hoch und frei im Winde flattern? Sehen Sie, wie mein Bruder

Storch, ausgew. Romane u. Novellen. IX. 17